2 Arbeiter bei BMW

Bandarbeiter bei BMW München

Ich arbeite seit über einem Jahr als Leiharbeiter am Fließband bei BMW. Wir haben fast jede Woche Stress auf Kündigung erleben. Jeder von uns kennt das. Wir arbeiten jeden Tag mit diesem Gefühl. Dadurch wird die schwere Arbeit noch schwerer. Das ist wie ein Krieg. Wir möchten unsere Arbeit festhalten und im Frieden arbeiten. Aber das ist nicht einfach. Dafür müssen wir uns organisieren und gegen diese Kriegsproduktion kämpfen. Wir Arbeiter müssen alle Eigentümer in die Hand nehmen und beenden diese unnützliche Produktion. Wir wollen nicht Luxus produzieren sondern wir wollen produzieren, was notwendig ist. Dafür müssen wir alle auf die Straße gehen am 1. Mai. Das ist kein Tag zum Grillen, sondern eine notwendige Aufgabe.

Mechatroniker bei BMW München

Es ist das Recht eines jeden Arbeiters auf der ganzen Welt, am 1. Mai auf die Straße zu gehen, ich akzeptiere die Maßnahmen der Regierung nicht. Jeder, der Arbeiten kann, kann auch am 1. Mai auf die Straße gehen. Wir lassen uns nicht unterdrücken, die Corona-Maßnahmen sind das Mittel zum Zweck, für die Regierenden! Schließt euch zusammen und fordert das ein, was uns zusteht, unsere Grundrechte! Versammlungsfreiheit (Artikel 8 GG)

4 Arbeiter bei Siemens Mobility

Von wegen Demokratie

Klar müssen wir am 1. Mai auf die Straße. Dafür ist er doch gemacht worden, damit die Arbeiter auf die Straße gehen und nicht gehorchen! Ich persönlich finde, dass es in Deutschland eh viel zu wenig Aufstand gibt. Was war denn da in Frankreich los wegen der Rente? Die haben die Straßen mit LKWs blockiert und die Lehrer waren mit dabei und haben‘s der Regierung gezeigt. Hier haben die Leute immer Angst, das kommt vom Faschismus. Deutschland ist schon lange ein Polizeistaat, von wegen Demokratie.

Jetzt wird schon wieder eine Krise von unseren Steuergeldern bezahlt. Das sollen doch mal die Milliardäre tun, die haben genug. Und zwar von unserer Arbeit! Die müssen wir anprangern. Und wenn das nicht hilft, enteignen.

Ich hab schon Verständnis für Schutzmaßnahmen wegen Corona, klar brauchen wir die. Aber wie absurd das alles läuft, sieht man doch daran, wie unterschiedlich die Bestimmungen in Deutschland sind. Als ob das Virus sagen würde: „Oh, da ist das Wetter schön, da geh ich hin. Und da geh ich lieber in den Baumarkt, oder was.“ Wir gehen in die Arbeit wie zuvor, ich sitze in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Aber ich soll nicht auf die Straße am 1. Mai! Na, das könnt ihr wem anders erzählen!

Mafiaregel

Solange wir in die Arbeit müssen, solange wir mit der S-Bahn fahren, solange kann auch der 1. Mai stattfinden. Atemschutzmasken, Abstand halten – das zu machen, ist doch kein Problem. Sie nutzen Corona aus, um die Freiheiten abzuschaffen.  Aber wir haben alle gearbeitet und Steuern bezahlt, wir wollen was davon haben, wenn wir arbeitslos werden. Ich habe als Leiharbeiter sogar meine Arbeitskleidung selber zahlen müssen. Wenn du Familie hast, ist Leiharbeit einfach Scheiße, du hast gar keine Sicherheit. Die sagen von heute auf morgen, tschüss. Und du sitzt auf der Straße.

Damit wir Arbeiter das ändern können, bräuchte es eine richtige Revolution in der Welt. Aber es gibt eine Propaganda, damit die Leute Angst haben. Wer Angst hat, macht nichts mehr. Sie wissen nicht mehr, welche Macht sie haben. Schon in der Schule zeigen sie uns nicht, was wir gemeinsam haben, sondern nur die Unterschiede: deutsch oder nicht, weiß oder nicht, intelligent oder nicht…. Und die Medien folgen einer Mafiaregel: „Je weniger du weißt, umso besser für dich.“ Es gibt ein Sprichwort: Eine Kakerlake überlebt den Atomkrieg, aber von einem Schlag mit der Zeitung stirbt sie. Das passt auf die jetzige Situation, wo die Leute daheim sind und dauernd facebook und Fernsehen schauen.

Wir sehen von dem ganzen Geld sowieso nie was

Meine Frau hat Krebs, die Medikamente für sie übernimmt die Krankenkasse nicht. Jetzt zahle ich € 130,– pro Packung. Wozu zahle ich Krankenversicherung? Wir sehen von dem ganzen Geld sowieso nie was. Ich weiß nicht, das kriegen bloß die Großen. Mit solchen Krankheiten darf man doch keine Geschäfte machen. Und ich muss arbeiten trotz meiner Behinderung, um das wieder reinzuholen – selbst wenn der Krieg kommt, muss ich da rein (kommt gerade aus der Fabrik).

Wenn mich meine Tochter in 10 oder 15 Jahren fragt

Bisher habe ich immer nur über unsere Politik und Medien gemeckert, ohne selbst etwas zu unternehmen.

Aber jetzt, wo ich gesehen habe, wie leicht es ist, Angst und Panik in der Bevölkerung zu verbreiten und unser Grundgesetz praktisch über Nacht auszuhebeln, habe ich beschlossen, auf die Straße zu gehen, um für unser Recht zu kämpfen. Wenn mich meine Tochter in 10 oder 15 Jahren fragt: „Papa, was hast du eigentlich damals unternommen, als das alles anfing?“, will ich ihr mehr als nur ein NICHTS antworten können.